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Preisträger des IQ Innovationspreis Leipzig: Universität Leipzig, Klinik und Poliklinik für Neurochirurgie

 

(v.l.) Prof. Dr. Dirk Winkler und Dr. Ronny Grunert von der Universität Leipzig, Klinik und Poliklinik für Neurochirurgie | Bildnachweis: Tom Schulze

Gewinner des IQ Innovationspreis Leipzig 2019: (v.l.) Prof. Dr. Utz Dornbeger (Universität Leipzig), Juan Carlos Camacho, Robert Möbius, Daniela Branzan, Dr. Ronny Grunert, Cornelia Matzke, Prof. Dr. Dirk Winkler (alle Universität Leipzig, Klinik und Poliklinik für Neurochirurgie), Torsten Bonew (Stadt Leipzig) | Bildnachweis: Guido Werner/GWP

Therapien aus dem 3D-Drucker

Einzigartige Technologieplattform ermöglicht patientenspezifische Implantate und Instrumente.

Der 3D-Druck eröffnete neue Möglichkeiten für den Einsatz patientenspezifischer Implantate und Instrumente aus Kunststoff, Metall sowie Keramik in der Chirurgie. Bislang konnte sich die Technologie nicht flächendeckend durchsetzen. Limitierende Faktoren sind der hohe Abstimmungsbedarfs zwischen Klinikern und 3D-Druck-Unternehmen, Informationsverluste zwischen diesen beiden Partnern und der bisher nur langsam realisierbare Planungs und Fertigungsprozess – zu lang für viele Patienten.

Ein Instrument oder Implantat aus dem 3D-Drucker in 24 Stunden verspricht dagegen die vom Universitätsklinikum Leipzig und dem Fraunhofer IWU entwickelte Technologieplattform „Next3D“. Möglich wird dies durch eine softwaregestützte Prozesskette, die ärztliches Know-how und automatisierte Prozesse miteinander vereint und bereits in zwei Produkten mündete. Zuallererst ein sog. Stereotaxie-Rahmen, eine am Kopf des Patienten angebrachte Zielvorrichtung, die u. a. zur Platzierung von Elektroden im Gehirn bei der Parkinson-Therapie eingesetzt wird. Bisherige Stereotaxie-Systeme aus Metall oder Keramik wiegen rund 3 Kilo und müssen aufwändig justiert und gewartet werden. Das 300 Gramm leichte Einwegsystem aus dem 3D-Drucker wird dagegen patientenspezifisch durch eine Software auf Basis von MRT-Bildern berechnet, was Fehler vermeidet sowie Ärzte und Patienten entlastet. Das zweite Produkt sind Schablonen für Gefäßimplantate zur Therapie von Aneurysmen. Diese verringern die OP-Dauer um 90 Minuten und kamen 2018 zum weltweit ersten Mal am Uniklinikum Leipzig zum Einsatz.

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