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Preisträger des IQ Innovationspreis Magdeburg 2015

 

Foto: Dominik Senk – medixmind GmbH | Bildnachweis: Tom Schulze

Temperaturwächter am Fuß

Intelligente Einlegsohlen helfen Entzündungen bei Diabetikern zur vermeiden.

Eine häufige Folge von Diabetes ist die Polyneuropathie, eine Nervenschädigung, durch die den Betroffenen jedes Gespür für Überlastung und Verletzungen in den Füßen fehlt. Rund eine Million Menschen in Deutschland leiden darunter. Jährlich müssen in der Folge bis zu 45.000 Amputationen durchgeführt werden. Der Einsatz orthopädischer Einlegesohlen konnte diese Rate bislang nicht nennenswert senken.

Eine Innovation der mediXmind GmbH, der ifak system GmbH und des Universitätsklinikums Magdeburg soll das jetzt ändern. Mit Hilfe der Sensor-Einlegesohle „medixfeet“ könnten Diabetiker ihr Entzündungs- und Amputationsrisiko an den Füßen um rund 60 Prozent senken. Denn Entzündungen geht in den Tagen zuvor ein Temperaturanstieg um mehr als 2°C am Fuß voraus. Um diesen zu erkennen, sind die Sohlen mit jeweils acht hauchdünnen Temperatur- und Drucksensoren ausgestattet. Deren Daten werden per Bluetooth an das Smartphone des Nutzers übermittelt. Ein Algorithmus gibt dann Handlungsempfehlungen, um das Geh- und Stehverhalten zu optimieren. Ein Paar medixfeet soll künftig etwas mehr als zwei Paar herkömmliche Einlegesohlen kosten, die pro Jahr von Krankenkassen gezahlt werden. Das Einsparpotenzial pro Patient wird dagegen auf jährlich rund 2.000 Euro geschätzt. Für Diabetiker ohne Smartphone wird aktuell ein elektronisches Armband entwickelt, das die Daten der Sohle empfängt und anzeigt. Darüber sollen sie zukünftig auch an den behandelnden Arzt übertragbar sein. Die Sensor-Einlegesohlen werden derzeit von 60 Patienten getestet, der Marktstart ist für 2016 geplant.

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